Ü40 erreicht Viertelfinale des Rheinland-Pokals
Zum ersten Mal trat der SCC am Mittwoch im heimischen Burbachstadion in diesem Wettbewerb an. Obwohl drei Spieler aus den eigenen Reihen bereits schon Erfahrung im gleichen Wettbewerb der über 50jährigen sammeln konnte, erhoffte man sich durchaus Chancen gegen den völlig unbekannten Gegner von der SV Fortuna Nohn.
Diesen sollte man jedoch schneller kennenlernen, als es dem Zuschauer lieb und der Abwehrreihe billig war. Nohn überließ dem SCC als Heimmannschaft den Spielaufbau und konzentrierte sich selbst auf das Umschaltspiel. Mit den schnellen Offensivkräften wurde die Saffiger Hinterreihe immer wieder mit hohem Tempo angelaufen, was in der 5. Minute dann auch zum Erfolg führte. „Nimm Du ihn, ich hab‘ ihn sicher“ schienen sich Torwart und der Innenverteidiger-Rückkehrer zuzurufen und der Nohner Stürmer bedankte sich artig und schob unbedrängt zum 0:1 ein.
In der Folge dann immer wieder das gleiche Bild: Saffig war um Spielaufbau bemüht und Nohn stieß immer wieder mit schnellen Gegenangriffen vor.
Nach einem geklärten Eckball rückte der Gast dann wieder vor, ließ dabei aber Kai Wagner aus den Augen, so dass dieser ein schönes Zuspiel von Bernd Anspach nur noch über den Scheitel rutschen lassen musste und aus kürzester Distanz den Ausgleich erzielte.
Kurz vor der Pause brachte dann nochmal ein Freistoß aus dem Halbfeld Gefahr für das Tor von Florian Kling. „16er Schluß“ war die klare Ansage. Dem folgte auch die komplette Mannschaft und schaute im Kollektiv von dort aus zu, wie der zweite Nohner Sturmer vom 5er aus zur erneuten Führung unbedrängt einschob.
Trainerfuchs Thomas Pluta schien in der Halbzeit genau die richtigen Worte gefunden zu haben. Man schaffte endlich einen schönen Spielaufbau und kombinierte sich gekonnt durch die Reihen, so dass Peter Jakoby nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff abermals ausglich.
Sollte das die Wende sein? Spätestens als Sturmtank Norman Olck dann auch ins Spiel fand, schien das Spiel in die richtige Richtung zu gehen. In der 45. Minute traf Olck dann aber statt des Tores nur den Kopf von Mitspieler Markus Pung, der so den Gegenangriff einleitete. Die Burbach-Oldies wurden abermals überrumpelt und sahen sich wieder im Rückstand. Nur zwei Minuten später folgte dann die vermeintliche Vorentscheidung. Der gut leitende Schiedsrichter Hermann Krings zeigte auf den Punkt und Nohn verwandelte souverän zum 2:4.
Ob dieser Elfmeter berechtigt war, oder nicht, wird wohl noch Jahre für Gesprächsstoff sorgen. Einige Protagonisten sahen ein böses Foul eines Grünen an Verteidiger Reinhold Neumann. Andere sprachen von dem klarsten Elfmeter der neueren Fußballgeschichte. Diese Situation wird wohl für immer ein Mysterium bleiben.
Was aber unumstößlich blieb, war ein Zwei-Tore-Rückstand und noch 23 Minuten auf der Uhr. So blieb Pluta aufgrund der dünnen Personaldecke nur eine Wahl: Grandpré auf Verteidiger und Pung nach vorne.
Was danach folgte, war Wille pur. Jakoby wuselte sich auf der linken Seite bis zur Grundlinie durch, passte nach innen und aus einem riesigen Durcheinander heraus wurde Pung angeschossen und verkürzte auf 3:4.
Damit nicht genug. Kurz darauf stellte Pung seine Qualitäten als echter Goalgetter abermals unter Beweis und nickte eine schöne Flanke mustergültig zum erneuten Ausgleich ein.
Vier Tore innerhalb von sechs Minuten. Die teilweise weitgereisten Zuschauer kamen voll auf Ihre Kosten.
In der Folge blieb das Spiel weiterhin spannend. Beide Mannschaften spielten mit offenem Visier, wobei die Heimelf das Momentum nun auf seiner Seite hatte und sich etwas mehr Chancen erarbeitete.
Als man dann an der Seitenlinie bereits von einem gerechten Unentschieden und dem bevorstehenden Elfmeterschießen sprach, hatte der aufgerückte Innenverteidiger Denis Kleemann einen Geistesblitz. Mit einem gefühlvollen Lupfer über die komplette Nohner Definsive hinweg, fand er den eingelaufenen Jakoby, der das lange Bein ausstreckte und den vielumjubelten Siegtreffer zum 5:4 erzielte.
So stellt man sich einen Pokalabend vor. 9 Tore, keine einzige Karte und nach dem Spiel noch ein paar Kaltgetränke zusammen mit Gegner und Zuschauer genossen.
Wie und wann es nun weitergeht, steht noch nicht fest. Wir werden aber an dieser Stelle berichten, sobald die nächste Runde terminiert und ausgelost ist.
Saffiger Fußballgeschichte im Ü-40 Pokal schrieben:
Kling – Pung; Schrörs; Kleemann, D.; Neumann, R. – Anspach; Kleemann, T.; Herhaus (Grandpré); Olck; Jakoby – Wagner


