AH-Überraschungstour 2026 – 30.000 Schritte bis zum Altbier
Wer bei einer Überraschungstour der SCC-Alten Herren glaubt, morgens in den Bus zu steigen und abends geschniegelt im Hotel anzukommen, kennt Tour-Mann Mitzi offenbar noch nicht gut genug.
Am vergangenen Samstag, pünktlich um 08:15 Uhr versammelten sich 15 bestens gelaunte Oldies samt vier ehrenamtlichen Fahrern an der heimischen Burbach-Arena. Wohin es gehen sollte? Keine Ahnung. Nur Mitzi und Mitwisser & Geburtstagskind Pungi grinsten verdächtig – ein erstes Warnsignal.
Ein großes Dankeschön geht an unsere vier Fahrer, die den ersten Teil der Reise übernommen und dafür gesorgt haben, dass alle sicher zum ersten Etappenziel gelangten.
Frühstück mit Aussicht – und Tegernseer

Erster Halt: Gasthaus auf dem Oelberg in Königswinter.
Dort erwartete die Reisegruppe ein Frühstück, das kaum Wünsche offen ließ. Frische Brötchen, allerlei Leckereien – und selbstverständlich durfte auch ein (oder zwei) Tegernseer Hell nicht fehlen. Schließlich sollte der Kreislauf frühzeitig auf Touren gebracht werden.
Als Sahnehäubchen gab es noch eine fantastische Aussicht über das Rheintal. Dank einiger kreativer Bildbearbeitungen sahen die Erinnerungsfotos später allerdings eher nach Mallorca oder New York aus. Der Oelberg hat offenbar deutlich mehr zu bieten, als Google Maps bislang verrät.
Wandern. Und zwar richtig.

Nach dem Frühstück begann das eigentliche Motto der Tour:
Wandern. Wandern. Wandern.
Und weil Wandern bekanntlich durstig macht, wurde zwischendurch medizinisch sinnvoll mit Haselnuss und Pernod nachbehandelt.
Ein weiterer Einkehrschwung sorgte zwar für eine Verschnaufpause, allerdings auch für das wohl schlechteste Bier des gesamten Wochenendes. Ein Getränk, das geschmacklich irgendwo zwischen Spülwasser und Hopfenexperiment lag – so lecker, dass Paule es seinem Gegenüber in den Schoß kippte. Im Nachhinein waren sich viele einig: Selbst das später ausgeschenkte Altbier war dagegen eine echte Delikatesse.

Regen, Bikini Beach und die erste Kapitulation
Irgendwann meldete sich dann Petrus zu Wort.
Die Feuchtigkeit nahm außen deutlich zu, innen allerdings mindestens genauso. Das ursprünglich geplante Ziel „Bikini Beach“ fiel dem Wetter kurzfristig zum Opfer.
Nach inzwischen fast 20.000 Schritten wurden die Ideen der Reiseleitung zunehmend hinterfragt. Während der Großteil tapfer weiterlief, bewies ein cleveres Dreierteam bereits nach rund 17.000 Schritten höchste Innovationskraft und führte eine völlig neue Fortbewegungsart ein:
Uber. Wenigstens konnten Sie ein neues und spontanes Ziel ausfindig machen: ABACCO’S STEAKHOUSE in Bonn.
Dort warteten hervorragende Steaks, kalte Getränke und vor allem… Sitzplätze. Die Stimmung stieg schlagartig wieder an.
Orientierung? Wird überbewertet.
Nach der Stärkung begann der vermutlich verwirrendste Teil der gesamten Tour.
Das nächste Ziel blieb weiterhin geheim.
Zug? Fehlanzeige – Arbeiten am Gleiß.
Also wieder zu Fuß. Danach U-Bahn. Umsteigen. Noch einmal umsteigen. Irgendwann stand die Truppe plötzlich am UN-Campus in Bonn.
Kurz machte sich Hoffnung breit: „Das muss doch jetzt das Ziel sein.“
War es natürlich nicht. Was hätten wir da auch gesollt?
Leider musste sich dort auch ein Mitreisender aus privaten Gründen verabschieden. Wir hoffen, dass zu Hause alles wieder in Ordnung ist!
Für den Rest gings weiter.
Von Bonn über Neuss nach… endlich Düsseldorf
Ab Richtung Köln.
Die Fahrten im öffentlichen Nahverkehr entwickelten sich dabei zu einem echten Belastungstest für Körper, Geist und Fahrplan-Apps.
Köln Hauptbahnhof.
Nein, immer noch nicht angekommen.
Weiter nach Neuss.
„Was wollen wir denn hier?“
Die Antwort lautete: Umsteigen.
Immerhin reichte die Wartezeit in Köln noch für das eine oder andere frische Bierchen.
Dann endlich – mit rund zwei Stunden Verspätung – Düsseldorf.
Hotel. Check-in. Kurz duschen… oder eben nicht. Taxi. Stau.
Und schließlich…
Das große Finale: Schlager Move Bootparty
ENDLICH!
Knapp 1.000 feierwütige Schlagerfreunde, beste Stimmung, Altbier aus dem Fass, später Wein, Longdrinks und alles, was dazugehört.
Ob sich das Schiff überhaupt bewegt hat?
Die ehrliche Antwort lautet: Es weiß bis heute niemand so genau.
Es spielte allerdings auch überhaupt keine Rolle.
Tanzbär, Fässchenhalter, Getränkeversorger, Beobachter und auch die selbst erklärten Schlager-Verweigerer mussten irgendwann zugeben, dass dieser Abend richtig Spaß gemacht hat.
Nach der Party ist vor dem Fußmarsch
Gegen 01:00 Uhr war Schluss auf dem Schiff.
Jetzt meldete sich der Hunger.
Die Reisegruppe zerfiel kurzfristig in mehrere Fraktionen.
Döner.
Burger King.
McDonald’s.
Innerhalb weniger Minuten wurde nahezu die komplette Düsseldorfer Systemgastronomie unterstützt.
Anschließend trennten sich erneut die Wege.
Ein Teil machte sich auf den Weg Richtung Hotel.
Aus dem eigentlichen einen Kilometer wurden allerdings ganz entspannt (bei dem ein oder anderen) drei bis vier Kilometer.
Andere verschlug es noch in den legendären Kuhstall, wo der Flüssigkeitshaushalt mit Vodka-Red Bull weiter optimiert wurde.
Heimreise mit Kölsch-Frühschoppen
Erstaunlicherweise standen am Sonntagmorgen bereits viele erstaunlich fit in der Hotellobby.
Um 10:12 Uhr ging es mit einer angenehm überfüllten Bahn Richtung Köln.
Dort warteten satte 40 Minuten Umstiegszeit.
Genau die richtige Zeit für einen Zwischenstopp im Gaffel am Dom.
Je nach Erinnerungsvermögen verschwanden dort zwischen 1 und 6 kleinen Röhrchen pro Person.
Danach ging es weiter nach Andernach, wo die privaten Taxiunternehmen – besser bekannt als unsere Frauen und Roman – bereits warteten.
Fazit
Was bleibt?
Rund 40.000 Schritte in 28 Stunden, unzählige Bahnfahrten, hervorragendes Frühstück, fragwürdiges Bier, Regen, Steak, Altbier, Bootsfahrt, Schlager, Döner, Burger, Kölsch, Düsseldorf – ach irgendwas mit „D“ (!?) und jede Menge Geschichten, über die noch lange gesprochen werden wird.
Ein riesiges Dankeschön an Mitzi für die Organisation dieser etwas anderen Überraschungstour. Auch wenn unterwegs vermutlich jeder mindestens einmal dachte: „Wo zum Teufel will der eigentlich mit uns hin?“ – am Ende waren sich alle einig: Genau so muss eine AH-Tour sein.


